Berufsunfähigkeitsversicherung früh abschließen 2026

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Absicherungen, die man im Leben abschließen kann – und kaum eine Entscheidung hängt so stark vom richtigen Timing ab wie diese. Wer früh abschließt, zahlt dauerhaft niedrigere Beiträge, besteht die Gesundheitsprüfung mit größerer Wahrscheinlichkeit problemlos und sichert sich Konditionen, die später schlicht nicht mehr erhältlich sind. Der optimale Einstiegszeitpunkt liegt dabei oft schon in der Ausbildung oder im Studium – weit früher, als die meisten jungen Menschen ahnen.

Inhaltsverzeichnis

Kurz zusammengefasst

Eine BU-Versicherung früh abzuschließen spart langfristig erhebliche Beitragskosten, erleichtert die Gesundheitsprüfung und sichert die eigene Arbeitskraft ohne Einschränkungen. Wer mit 20 statt 35 einsteigt, zahlt über die gesamte Laufzeit oft mehrere Tausend Euro weniger – bei identischem Leistungsumfang.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Versicherungsberatung. Konditionen und Beiträge variieren je nach Anbieter, Beruf und Gesundheitszustand erheblich. Lassen Sie sich vor Vertragsabschluss von einem unabhängigen Versicherungsberater beraten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Je jünger beim Abschluss, desto niedriger der monatliche Beitrag – dauerhaft
  • Gesunde junge Menschen bestehen die Risikoprüfung meist ohne Ausschlüsse
  • Azubis und Studenten können bereits ab 15 Jahren abschließen
  • Wer wartet, riskiert Leistungsausschlüsse oder sogar eine Ablehnung
  • Die Nachversicherungsgarantie sichert späteren Mehrbedarf ohne neue Gesundheitsprüfung
  • Gesetzliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit ist für die meisten praktisch wertlos
MR

„Ich erlebe in meiner Beratungspraxis regelmäßig, dass Menschen mit Mitte dreißig Versicherungsschutz wollen – und dann feststellen, dass Rückenprobleme aus dem Bürojob, eine behandelte Depression oder Knieoperationen vom Fußball plötzlich den Beitrag massiv verteuern oder bestimmte Risiken ganz ausschließen. Das ist der Moment, in dem ihnen bewusst wird, was sie mit frühem Abschluss hätten vermeiden können.“

Markus Reuter, Versicherungsmakler mit Schwerpunkt Arbeitskraftabsicherung, 14 Jahre Berufserfahrung, Hannover

1. Warum lohnt es sich, eine BU-Versicherung früh abzuschließen?

Früher Abschluss bedeutet niedrigere Beiträge, bessere Konditionen und unkomplizierte Gesundheitsprüfung – Vorteile, die sich über Jahrzehnte summieren.

Statistisch gesehen wird jeder vierte Erwerbstätige im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig. Die häufigsten Ursachen sind psychische Erkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Krebs – allesamt Risiken, die mit dem Alter deutlich steigen. Wer in jungen Jahren abschließt, profitiert also nicht nur finanziell, sondern sichert sich genau dann ab, wenn das Risiko noch überschaubar wirkt – und später möglicherweise nicht mehr versicherbar ist.

Hinzu kommt: Viele Menschen unterschätzen, wie lang die Erwerbsphase wirklich ist. Wer heute mit 22 ins Berufsleben startet und bis 67 arbeitet, hat 45 Jahre vor sich. Der Schutz dieser Arbeitskraft ist eine der wichtigsten finanziellen Entscheidungen überhaupt.

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2. Ab welchem Alter kann man eine BU-Versicherung abschließen?

Die meisten Versicherer ermöglichen einen Abschluss bereits ab dem 15. Lebensjahr – teils sogar früher, mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten.

Schüler, Auszubildende und Studierende gelten bei zahlreichen Tarifen als vollwertige Versicherungsnehmer. Das Mindestalter liegt je nach Anbieter zwischen 15 und 17 Jahren. Das maximale Eintrittsalter ist dagegen oft auf 55 oder 60 Jahre begrenzt – wer also spät nachdenkt, läuft Gefahr, gar keinen Schutz mehr zu erhalten.

3. Was sind die finanziellen Vorteile eines frühen Abschlusses?

Niedrigere Beiträge über die gesamte Laufzeit – wer mit 22 statt 35 abschließt, zahlt oft 30 bis 50 Prozent weniger pro Monat.

Eintrittsalter Monatsbeitrag (ca.) Laufzeit bis 67 Gesamtbeitrag (ca.)
20 Jahre 55 € 47 Jahre 31.020 €
30 Jahre 90 € 37 Jahre 39.960 €
40 Jahre 160 € 27 Jahre 51.840 €

Die Zahlen sind Richtwerte für einen kaufmännischen Angestellten mit 1.500 € BU-Rente, variieren aber je nach Tarif und Gesundheitszustand. Der Trend ist eindeutig: Frühes Einsteigen kostet insgesamt weniger, schützt länger und bietet dieselbe Leistung.

4. Wie wirkt sich das Eintrittsalter auf die Versicherungsprämie aus?

Der Beitrag steigt mit zunehmendem Alter überproportional – nicht linear, sondern deutlich sprunghaft, besonders ab dem 35. Lebensjahr.

Versicherer kalkulieren das Eintrittsalter als zentralen Risikoparameter. Jedes zusätzliche Lebensjahr erhöht die statistische Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit und verkürzt zugleich die Beitragseinnahmedauer. Beides treibt den Preis. Wer mit 40 abschließt, zahlt für eine schlechtere Risikoposition deutlich mehr.

Expert Insight

Der sogenannte Einstiegsbeitrag bleibt bei den meisten Tarifen für die gesamte Laufzeit konstant – er wird also nicht jährlich angepasst. Das macht frühen Einstieg besonders wertvoll: Der günstige Beitrag von heute gilt für die nächsten Jahrzehnte.

5. Warum ist die Gesundheitsprüfung in jungen Jahren einfacher?

Junge Menschen haben statistisch weniger Vorerkrankungen, kürzere Krankengeschichten und seltenere Arztbesuche – das erleichtert die Risikoprüfung erheblich.

Die Gesundheitsprüfung bei BU-Versicherungen umfasst detaillierte Fragen zu Vorerkrankungen, Behandlungen und Medikamenten der letzten fünf bis zehn Jahre. Ein 22-Jähriger hat schlicht weniger zu berichten als ein 38-Jähriger, bei dem vielleicht Knieschmerzen, Bluthochdruck oder eine Gesprächstherapie in der Akte stehen. Das sind Fakten, die Versicherer mit Risikoaufschlägen oder Ausschlüssen quittieren.

6. Welche Vorerkrankungen können den Abschluss später erschweren?

Psychische Erkrankungen, Rückenbeschwerden, Autoimmunerkrankungen und Diabetes führen häufig zu Ausschlüssen oder Ablehnung.

Besonders kritisch: Psychische Diagnosen wie Depressionen oder Burnout, auch wenn sie erfolgreich behandelt wurden, hinterlassen in der Krankenakte Spuren. Gleiches gilt für chronische Schmerzsyndrome, Schilddrüsenerkrankungen oder auch Knieoperationen nach Sportunfällen. Was mit 20 harmlos war, kann mit 35 ein echtes Versicherungsproblem darstellen.

  • a) Psychische Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen, Burnout)
  • b) Erkrankungen der Wirbelsäule und des Bewegungsapparates
  • c) Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • d) Autoimmunerkrankungen (z. B. Multiple Sklerose, Rheuma)
  • e) Krebserkrankungen, auch wenn überstanden

7. Können Schüler bereits eine BU-Versicherung abschließen?

Ja – viele Tarife sind bereits ab 15 Jahren abschließbar, erfordern aber die Zustimmung der Erziehungsberechtigten.

Für Schüler wird dabei die Schülertätigkeit als versicherter Beruf gewertet. Das klingt zunächst abstrakt, macht aber Sinn: Der Schutz läuft bereits, bevor der eigentliche Beruf feststeht. Bei Berufseinstieg greift dann meist die Nachversicherungsgarantie, ohne erneute Gesundheitsprüfung.

8. Wann ist der optimale Zeitpunkt für Azubis und Studenten?

Unmittelbar zu Beginn von Ausbildung oder Studium – also mit 18 bis 22 Jahren – ist der ideale Einstiegspunkt.

Für Auszubildende und Studierende bieten viele Versicherer besondere Einsteigertarife mit reduzierten Anfangsbeiträgen. Diese sogenannten Starter-BU-Tarife ermöglichen günstigen Einstieg bei geringerem Gehalt und lassen sich bei Einkommenssteigerung unkompliziert aufstocken. Ein Student, der heute 35 Euro monatlich investiert, kauft sich Schutz, den er später für den dreifachen Betrag nicht mehr erhielte.

9. Was passiert, wenn man mit dem Abschluss zu lange wartet?

Höhere Beiträge, Leistungsausschlüsse oder vollständige Ablehnung – das Warten kostet in jedem Szenario.

Manche Menschen warten auf „den richtigen Moment“ – wenn das Gehalt höher ist, der Job sicherer, das Leben geordneter. Das Problem: Genau in dieser Wartephase häufen sich Vorerkrankungen, die später das Ergebnis der Gesundheitsprüfung verschlechtern. Ein zugewartetest Jahr kann im Extremfall bedeuten, dass eine psychische Diagnose aus dem Krankenprotokoll auftaucht und zukünftigen Schutz für dieses Risiko ausschließt.

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10. Was kostet eine BU-Versicherung für junge Menschen?

Für Berufseinsteiger in einem bürokaufmännischen Beruf sind 30 bis 70 Euro monatlich für 1.000 bis 1.500 Euro BU-Rente realistisch.

Die genauen Kosten hängen von Eintrittsalter, Beruf, gewünschter Rentenhöhe, Laufzeit und Anbieter ab. Handwerker oder Pflegeberufe zahlen deutlich mehr als Büroangestellte. Aber auch innerhalb derselben Berufsgruppe variieren Tarifdifferenzen erheblich – ein strukturierter Vergleich lohnt sich deshalb immer.

11. Welche Rolle spielt der ausgeübte Beruf beim Beitrag?

Der Beruf ist neben dem Alter der wichtigste Preisfaktor – körperlich belastende Tätigkeiten kosten deutlich mehr als Schreibtischberufe.

Versicherer teilen Berufe in Berufsgruppen ein, die das berufliche Risiko widerspiegeln. Dachdecker, Elektriker oder Krankenpfleger zahlen für denselben Schutz teils das Zwei- bis Dreifache im Vergleich zu IT-Fachleuten oder Verwaltungsangestellten. Studenten haben hier einen besonderen Vorteil: Sie können sich oft schon mit dem günstigsten Berufsgruppenprofil absichern.

Expert Insight

Wer während des Studiums eine BU abschließt und danach in eine körperlich belastendere Tätigkeit wechselt, behält häufig die günstigere Berufsgruppe – sofern keine Nachversicherung oder Erhöhung beantragt wird. Das kann über Jahrzehnte erhebliche Ersparnisse bedeuten.

12. Kann man die BU-Versicherung bei Berufswechsel anpassen?

Ja, bei einem Berufswechsel kann der Versicherer eine Neueinstufung vornehmen – die wirkt sich positiv oder negativ auf den Beitrag aus.

Ein Berufswechsel zu einer weniger risikoreichen Tätigkeit kann den Beitrag senken. Umgekehrt kann der Wechsel in einen körperlich anspruchsvolleren Beruf eine Höherstufung bedeuten. Manche Tarife sehen aber auch Klauseln vor, die die ursprüngliche Berufsgruppe langfristig festschreiben. Hier lohnt ein Blick ins Kleingedruckte vor Vertragsabschluss.

13. Was ist eine Nachversicherungsgarantie und warum ist sie wichtig?

Die Nachversicherungsgarantie erlaubt es, die BU-Rente bei bestimmten Lebensereignissen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.

Heirat, Geburt eines Kindes, Gehaltserhöhung, Immobilienkauf – das sind typische Auslöser, die eine höhere Absicherung sinnvoll machen. Ohne Nachversicherungsgarantie müsste man dafür eine neue Gesundheitsprüfung durchlaufen – mit allen damit verbundenen Risiken. Diese Option ist bei frühem Abschluss besonders wertvoll, weil Lebensveränderungen in jungen Jahren häufiger und gravierender sind.

14. Wie hoch sollte die versicherte BU-Rente sein?

Als Faustregel gilt: 60 bis 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens – mindestens aber 1.000 Euro monatlich.

Bei Berufseinsteigern mit noch geringem Einkommen sollte man trotzdem nicht zu niedrig ansetzen. Die Lebenshaltungskosten wachsen, Mieten steigen, und eine BU-Rente von 600 Euro deckt im Ernstfall kaum Grundbedürfnisse. Besser: großzügiger einsteigen und die Nachversicherungsgarantie konsequent nutzen.

15. Bis zu welchem Alter sollte die Versicherung laufen?

Die Laufzeit sollte bis zum regulären Renteneintrittsalter gehen – aktuell 67 Jahre.

Kürzere Laufzeiten mögen den monatlichen Beitrag senken, hinterlassen aber eine gefährliche Lücke. Wer mit 60 berufsunfähig wird und seinen Schutz nur bis 65 laufen hat, steht ohne Einkommen – und ohne Aussicht auf gesetzliche Rente. Die Mehrkosten für eine Verlängerung auf 67 Jahre sind im Vergleich zur Absicherungslücke in aller Regel gut investiert.

16. Welche Gesundheitsfragen werden bei der Antragstellung gestellt?

Fragen zu Arztbesuchen, Behandlungen, Operationen, Medikamenten und psychischen Erkrankungen der letzten fünf bis zehn Jahre sind Standard.

Der Fragebogen kann je nach Anbieter sehr unterschiedlich ausfallen – von wenigen Seiten bis hin zu detaillierten Abfragen mit spezifischen Diagnosecodes. Wichtig ist: Alle Angaben müssen vollständig und wahrheitsgemäß erfolgen. Fehlende oder falsche Informationen können später zur Leistungsverweigerung führen.

17. Was passiert bei falschen Angaben in der Gesundheitsprüfung?

Falsche oder unvollständige Angaben gelten als vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung – der Versicherer kann im Leistungsfall den Vertrag anfechten.

Das bedeutet im schlimmsten Fall: keine Leistung genau dann, wenn man sie am dringendsten braucht. Versicherer prüfen im Schadensfall die Krankenakten rückwirkend. Wer bei der Antragstellung Diagnosen verschweigt – ob aus Unwissenheit oder Absicht – riskiert den Verlust des gesamten Versicherungsschutzes.

18. Gibt es Alternativen zur Gesundheitsprüfung für Vorerkrankte?

Ja – anonyme Voranfragen beim Versicherer ermöglichen eine unverbindliche Einschätzung der Versicherbarkeit ohne Risiko.

Wer unsicher ist, ob Vorerkrankungen ein Problem darstellen, sollte niemals aufs Geratewohl einen Antrag stellen. Eine abgelehnte Anfrage wird im sogenannten Hinweis- und Informationssystem (HIS) der Versicherer gespeichert und kann zukünftige Anträge erschweren. Der richtige Weg: erst anonym voranfragen, dann entscheiden.

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19. Was ist der Unterschied zwischen BU-Versicherung und Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Die BU leistet schon bei 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf – die Erwerbsunfähigkeitsversicherung erst, wenn jede Arbeit unmöglich ist.

Das ist ein gravierender Unterschied. Wer als Chirurg durch eine Handverletzung seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, ist berufsunfähig – auch wenn er theoretisch noch eine Kasse bedienen könnte. Die BU zahlt dann. Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung würde in diesem Fall nicht leisten, da er noch irgendwie arbeitsfähig wäre. Die BU-Versicherung ist deshalb der überlegene Schutz – wenn sie erschwinglich ist.

20. Lohnt sich eine BU-Versicherung für Selbstständige?

Für Selbstständige ist die BU sogar noch wichtiger als für Angestellte – sie haben keinerlei gesetzlichen Schutz bei Berufsunfähigkeit.

Während Angestellte zumindest minimale Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung haben, gehen Selbstständige ohne private Absicherung komplett leer aus. Gleichzeitig sind viele Selbstständige in risikoreichen Branchen tätig. Für sie ist eine BU keine Option, sondern eine Notwendigkeit.

21 & 22. Warum reicht die gesetzliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit nicht aus?

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist für alle nach 1961 Geborenen bei Berufsunfähigkeit praktisch irrelevant – sie zahlt nur bei vollständiger Erwerbsunfähigkeit.

Wer nach 1961 geboren wurde, hat bei teilweiser Erwerbsminderung – also weniger als drei Stunden Arbeitsfähigkeit täglich – Anspruch auf rund 50 Prozent der vollen Erwerbsminderungsrente. Das sind im Schnitt weniger als 900 Euro monatlich. Damit lässt sich in Deutschland kaum ein Lebensunterhalt bestreiten, von aufgebauten Vermögenswerten oder Kreditverpflichtungen ganz zu schweigen.

23. Was sind typische Ausschlüsse in BU-Verträgen?

Vorerkrankungen, Risikosportarten und bestimmte psychische Erkrankungen werden häufig als Ausschlüsse in die Vertragsklauseln aufgenommen.

Ausschlüsse bedeuten: Wird man durch genau dieses ausgeschlossene Risiko berufsunfähig, zahlt die Versicherung nicht. Wer Knieschmerzen hatte, dem wird oft das gesamte Knie als Leistungsrisiko ausgeschlossen. Solche Klauseln sollte man vor Vertragsabschluss genau prüfen – und im Zweifel einen Tarif ohne diesen Ausschluss suchen, auch wenn er etwas teurer ist.

24. Wie lange ist die Wartezeit bei BU-Versicherungen?

Die meisten BU-Verträge sehen keine klassische Wartezeit vor – Schutz besteht ab dem ersten Tag nach Vertragsabschluss.

Das unterscheidet die BU von anderen Versicherungsprodukten wie der privaten Krankenversicherung. Allerdings gibt es eine sogenannte Nachprüfungspflicht des Versicherers bei Leistungsanspruch – dieser prüft dann genau, ob die Berufsunfähigkeit tatsächlich vorliegt und ob alle Angaben im Antrag korrekt waren.

25 & 26. Was kostet es, wenn man erst mit 30 oder 40 abschließt?

Wer mit 40 abschließt, zahlt je nach Beruf und Gesundheitszustand das Zwei- bis Dreifache des Beitrags eines 22-Jährigen – bei gleicher Leistung.

Hinzu kommt, dass Vorerkrankungen den Beitrag weiter in die Höhe treiben oder zu Ausschlüssen führen. In der Summe bedeutet ein späterer Abschluss oft nicht nur höhere monatliche Kosten, sondern auch schlechteren Schutz. Das ist eine Kombination, die sich langfristig als sehr teuer erweist.

27. Welche Zusatzoptionen sind bei frühem Abschluss sinnvoll?

Nachversicherungsgarantie, Beitragsbefreiung im Leistungsfall und Dynamisierung sind die wichtigsten Ergänzungen für junge Versicherungsnehmer.

  • a) Nachversicherungsgarantie: Rente bei Lebensereignissen erhöhen ohne Gesundheitsprüfung
  • b) Beitragsdynamik: Schutz wächst automatisch mit dem Einkommen
  • c) Leistungsdynamik: BU-Rente steigt während des Bezugs (Inflationsschutz)
  • d) Arbeitsunfähigkeitsklausel: Zahlung bereits bei Krankschreibung über sechs Monate

28. Wie wirken sich Risikosportarten auf den Versicherungsschutz aus?

Extremsportarten wie Klettern, Motorradfahren oder Kampfsport können zu Risikoaufschlägen oder Ausschlüssen führen.

Wer regelmäßig Risikosportarten betreibt, muss dies bei der Antragstellung angeben. Ein ausgeübter Ausschluss für diese Sportart bedeutet: Wird man durch einen Kletterunfall berufsunfähig, zahlt die Versicherung nicht. Wer seine Freizeitaktivitäten aufgibt, kann den Ausschluss unter Umständen später entfernen lassen – aber das erfordert eine erneute Prüfung.

29. Was muss man beim Vergleich von BU-Tarifen beachten?

Preis ist nur ein Faktor – Bedingungsqualität, Leistungsdefinition, abstrakte Verweisung und Nachversicherungsoptionen sind entscheidend.

Die sogenannte abstrakte Verweisung ist besonders wichtig: Ein Vertrag ohne diesen Passus bedeutet, dass der Versicherer Sie nicht einfach auf einen anderen, theoretisch möglichen Beruf verweisen kann. Moderne Qualitätstarife verzichten auf abstrakte Verweisung. Wer nur auf den Beitrag schaut, riskiert im Leistungsfall böse Überraschungen.

30. Welche Fehler sollte man beim Abschluss unbedingt vermeiden?

Die größten Fehler: zu niedrige Rente wählen, Angaben in der Gesundheitsprüfung weglassen, auf abstrakte Verweisung nicht achten und zu kurze Laufzeit vereinbaren.

  • a) BU-Rente zu niedrig ansetzen – Lebenshaltungskosten unterschätzen
  • b) Vorerkrankungen nicht vollständig angeben
  • c) Tarife nur nach Preis vergleichen, Bedingungen ignorieren
  • d) Laufzeit vor dem 67. Lebensjahr enden lassen
  • e) Keine unabhängige Beratung einholen

Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Ab wann sollte man eine BU-Versicherung abschließen?

Idealerweise zu Beginn von Ausbildung oder Studium – also mit 18 bis 22 Jahren. In diesem Alter sind Beiträge am niedrigsten und die Gesundheitsprüfung läuft meist ohne Einschränkungen durch.

Was passiert, wenn man eine Vorerkrankung nicht angibt?

Das gilt als Anzeigepflichtverletzung. Im Leistungsfall kann der Versicherer den Vertrag anfechten und die Zahlung verweigern – selbst wenn die Berufsunfähigkeit nichts mit der verschwiegenen Erkrankung zu tun hat.

Was ist der Unterschied zwischen BU und Erwerbsminderungsrente?

Die BU zahlt bereits, wenn man im zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr arbeiten kann. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente setzt vollständige Arbeitsunfähigkeit voraus und fällt deutlich niedriger aus.

Können Studenten eine BU-Versicherung abschließen?

Ja, viele Versicherer bieten speziell auf Studenten zugeschnittene Starter-Tarife an. Diese ermöglichen günstigen Einstieg mit späterer Aufstockung ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Wie hoch sollte die BU-Rente mindestens sein?

Experten empfehlen mindestens 1.000 bis 1.500 Euro monatlich als Untergrenze. Besser orientiert man sich an 60 bis 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens, um den Lebensstandard zu sichern.

Fazit

Wer über Berufsunfähigkeit erst nachdenkt, wenn der erste Arzt eine ernste Diagnose stellt, hat die entscheidende Phase schon hinter sich. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eines der wenigen Finanzprodukte, bei dem Zögern objektiv und nachweisbar teuer wird – finanziell durch höhere Beiträge, medizinisch durch schlechtere Versicherbarkeit. Wer jung und gesund ist, hat im Versicherungsmarkt gerade maximale Verhandlungsmacht. Diesen Moment zu nutzen ist keine Frage der Risikofreude, sondern schlicht kluges Denken in langen Zeithorizonten.

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