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In einer bescheidenen Waschküche begann der fränkische Schuster Adolf „Adi“ Dassler mit seinen ersten Schuh-Experimenten. Heute, 75 Jahre nach der Gründung seines Unternehmens, ist Adidas eine weltweit bekannte Marke mit Kultstatus.
Am 18. August 1949 ließ Adi Dassler seine „Adolf Dassler Sportschuhfabrik“ ins Handelsregister eintragen. Dies geschah nur wenige Monate nach dem Bruch mit seinem Bruder Rudolf, der daraufhin das Unternehmen Puma gründete. Gemeinsam hatten die beiden Brüder bereits 1924 eine Schuhmanufaktur gegründet, die heute ihr 100-jähriges Jubiläum feiern würde, wäre die Partnerschaft nicht zerbrochen. Schon damals bewies Dassler seine Innovationskraft: Bei den Olympischen Spielen 1928 gewann Lina Radke in Dassler-Schuhen Gold über 800 Meter, der erste von vielen Triumphen für Athleten in seinen Schuhen.
Der Aufstieg zur Weltmarke
Adidas erlebte einen kometenhaften Aufstieg. Das Unternehmen beschäftigt heute 59.000 Menschen auf fünf Kontinenten und erzielte im letzten Jahr einen Umsatz von über 21 Milliarden Euro. Dass die drei Streifen, die Dassler ursprünglich zur Stabilisierung der Schuhe entwarf, einmal zu einem ikonischen Markensymbol werden würden, hätte er wohl nicht gedacht. Doch es war nicht nur Glück, das Adidas groß machte, sondern auch der unermüdliche Einsatz und die Hartnäckigkeit von Adi Dassler.
Ein Wendepunkt in der Firmengeschichte war das legendäre „Wunder von Bern“ 1954, als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit innovativen Schraubstollen-Schuhen von Adidas den Favoriten Ungarn besiegte. Dassler selbst war in der Kabine und überwachte die Ausrüstung der Spieler. Diese Art von Engagement und Innovation hat Adidas in den folgenden Jahrzehnten immer wieder bewiesen.
Adidas und die Popkultur
Neben der sportlichen Dominanz prägte Adidas auch den Zeitgeist ganzer Generationen. Prominente wie Freddie Mercury und Madonna trugen Adidas-Schuhe bei ihren legendären Auftritten, und Modelle wie der „Handball Spezial“ oder der „Stan Smith“ wurden zu Modeikonen, die weit über den Sport hinaus beliebt sind. Der Tennisstar Stan Smith, der in den 70er Jahren die Nummer eins der Welt war, ist heutigen Generationen oft nur noch durch den gleichnamigen Schuh ein Begriff. Sein humorvoller Umgang mit dieser Tatsache spiegelt sich im Titel seines Buches „Some People Think I am a Shoe“ wider.
Herausforderungen und Veränderungen
Doch trotz all dieser Erfolge steht Adidas heute vor großen Herausforderungen. Das Unternehmen musste in den letzten Jahren einige Rückschläge hinnehmen, darunter einen erheblichen Verlust im Jahr 2023 – der erste seit 1992. Probleme während der Corona-Pandemie, schwankende Märkte, insbesondere in China, und Kontroversen um Markenbotschafter wie Kanye West belasteten das Unternehmen. Zudem entschied sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB), nach Jahrzehnten der Zusammenarbeit mit Adidas, ab 2024 von Nike ausgestattet zu werden – ein herber Schlag für das fränkische Unternehmen.
Ein Blick in die Zukunft
Trotz dieser Schwierigkeiten bleibt Adidas zukunftsorientiert. Der aktuelle CEO Bjørn Gulden, der zuvor bei Puma tätig war, setzt auf eine Neuausrichtung der Unternehmensstrategie. Anstatt sich auf populäre Sportarten wie Fußball und Basketball zu konzentrieren, möchte er verstärkt kleinere, aufstrebende Sportarten fördern, darunter auch neue olympische Disziplinen wie Breaking und BMX.
Adidas hat sich kürzlich mit dem Deutschen Olympischen Sportbund auf eine Partnerschaft bis 2032 geeinigt und plant, bei künftigen Olympischen Spielen noch mehr Teams auszustatten. Auch mit dem Deutschen Hockey-Bund hat sich Adidas langfristig verbunden. Trotz der aktuellen Herausforderungen zeigt das Unternehmen damit, dass es weiterhin auf Innovation und Wachstum setzt, ganz im Sinne seines Gründers Adi Dassler.
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